Reaktionen auf die Antwort des Gesundheitsministeriums

Mit meinem Brief an den Geschäftsführenden Gesundheitsminister Herrn Gröhe habe ich auf die unzumutbare Situation der täglichen personellen Unterbesetzung im Pflegedienst von Heimen hingewiesen
und leider die enttäuschende, aber zu erwartende Antwort erhalten.
Unsere Politiker scheinen die Problematik nicht zu verstehen.
Wenn die Politik auch in der Pflege weiterhin mit der „ruhigen Hand“ agiert, werden wir eines Tages zu Pflegende
exportieren müssen, weil wir in Deutschland keine Pflegenden mehr haben.

 

Die Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf meinen Brief hin lösten zahlreiche Reaktionen von Fachleuten und Verbänden aus. Hier eine kleine Auswahl:

„Lieber Herr Stoffer,
ich bin immer wieder höchst beeindruckt, dass Sie nach wie vor am Puls der Zeit sind und Ihre renommierte Stimme zu den wirklich wichtigen Fragen öffentlich einbringen. Und ich freue mich sehr, wenn Sie weiterhin nicht aufgeben, denn die Praktiker*innen – zu denen –ich mich auch noch einige Jahre lang zählen muss – sind so intensiv mit der Mangelverwaltung beschäftigt, dass für dieses wichtige politische Engagement in der Regel keine Luft mehr bleibt. Nachmal: ganz herzlichen Dank – und bleiben Sie bitte dran!  (USNW)


„…schön von Ihnen zu hören. Vielen Dank für Ihre Hinweise und Korrespondenz. Mir scheint es, dass wir analoge Aktivitäten mit analogen Ergebnissen entwickelt haben. Auch unser Versuch Hinweise oder „Einfluss“ auf die geschäftsführende Bundesregierung zu nehmen, lassen sich in dem Produkt der Koalitionäre nicht ablesen.“ (BdV)


„…die Schaffung von 8.000 zusätzlichen Stellen ist einfach nur ein unüberlegter Schnellschuss, der zeigen soll, dass die Politik „was macht“, tatsächlich kommt dieser auch in der Pflege absolut negativ an, da es wieder mal zeigt, dass die Politik nicht weiss, wovon sie redet. Tatsächlich hilft uns diese homöopathische Dosis wohl kaum, wir sind auf das gleiche Ergebnis bei der Verteilung der Stellen wie Sie gekommen. Zudem ist völlig unklar, wie dies jetzt auf Landesebene umgesetzt werden soll – wir haben ja unterschiedlichste Situationen innerhalb von Deutschland.“ (CEGW)


„…Ja leider sind diese ersten Schritte der „Groko“ überhaupt nicht zielführend. Es ist eine Schande, wenn man sieht für was in unserem Land Geld ausgegeben wird! Für die „Alten und Kranken“ ist anscheinend kein Geld da….. Hochachtungsvoll und voller Respekt vor ihrer Leistung.“ (MMCVA)


„…vielen Dank für Ihre (m.E. richtige) Einschätzung der Lage. Übrigens: Es muß Anfang der 70er Jahre gewesen sein, oder etwas früher, da haben die Japaner überlegt, ob und wie sie ihre alten Leute evt. nach Deutschland „exportieren“ könnten; es gab damals Gespräch mit dem KDA. Sie sehen, das hat auch nicht hingehauen – also dürfen wir wohl auch bleiben.“ (HHB)


„…vielen Dank für die Übermittlung ihres Briefwechsels mit Herrn Bundesminister Gröhe. Wir haben auch seitens unseres Verbandes auf die dramatisch defizitäre Personalausstattung der Altenpflege hingewiesen. Immerhin – und das sehen wir als Erfolg unserer Arbeit – wird die langjährige Ausblendung der medizinischen Behandlungspflege in der stationären Altenhilfe nun endlich auch seitens der Politik wahrgenommen und zur Begründung von Personalausweitungen verwendet. Aber auch uns erscheint der erste Schritt zur Lösung des Problems mit nur 8000 zusätzliche Stellen viel zu klein. Dieser erste Schritt hätte, um überhaupt wahrgenommen werden zu können, mindestens doppelt so groß sein müssen. Nicht einmal das haben die GroKoalitonäre geschafft! Dann wären in kurzen Abständen mindestens so große weitere Schritte notwendig, um das von uns berechnete Ziel von  mehr als 50.000 Stellen zu erreichen. Und das ist nicht der einzige Maßstab, nach dem der Pflegepersonalbedarf berechnet werden kann!  Es bleibt also auch in dieser Legislaturperiode noch viel zu tun. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!“(HHVK)


 

„…herzlichen Dank für die Info und Ihre Mühe. Natürlich sollten wir von der Politik nicht mehr fordern, als wir selbst machen können/könnten. Da ist doch noch viel Luft. Leider sind die Pflegemitarbeiter eine sehr unterschiedliche eher konfliktscheue Gruppe. So kann man mit ihr halt machen, was man will, zumindest mit denen, die noch da sind. Wie könnten wir diese mehr unterstützen, dass sie selbst offensiver werden? Wenn sie täglich mehr oder weniger „gefährliche Pflege“ machen, dann dürfte ein christliches Bild schon sehr strapaziert sein.“ (RDHFAoG)