Der neue Pflege-TÜV transparenter?

Thomas Klie und ich haben bereits 2010 den so genannten Pflege TÜV mit seinen Noten kritisiert, zu einem Moratorium aufgerufen und einfachere Wege zu einer Qualitätsdarstellung aufgezeigt. Näheres hier.

Doch das neue Bewertungssystem, das zum 1. November 2019 in Kraft tritt, mit Symbolen, Kreisen, Punkten und Quadraten ist noch verwirrender, komplizierter und bietet den älteren Menschen und Ihren Angehörigen nicht die gewünschte und erforderliche Transparenz..

Es zeigt sich wieder einmal: zu viele Köche verderben nur den Brei. Im politischen und bürokratischen Meinungsbildungsprozess sind die Interessen vieler Seiten eingeflossen, nämlich der Kranken- und Pflegekassen, der Heimträger und ihren Verbänden sowie der Politik. Doch die Interessen der Kunden, um die es in erster Linie geht, kommen meines Erachtens wieder einmal zu kurz.

Ein neuer so genannter Pflege-TÜV wäre dann hilfreich und würde für die nötige Transparenz sorgen, wenn es „K.O.-Kriterien“ gäbe etwa bei Verabreichung falscher Medikamente, freiheitsentziehender Maßnahmen oder zahlreicher Dekubitusfälle. Dies müsste dann dazu führen, dass ein Heim ein Ungenügend erhält.

Das Selbsthilfenetzwerk Pro Pflege weist zu Recht darauf hin, dass durch das neue Prüfsystem der Pflegenotstand nicht aufgelöst werden kann. Darüberhinaus würden auch die Anforderungen an das bereits jetzt überlastete und gestresste Pflegepersonal weiter zunehmen. Näheres hier.