Personalschlüssel: Neueste Erkenntnisse oder ein Skandal?

Das Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat in seiner aktuellen Presseinformation vom 14.02.2020 auf eine Studie von Professor
Heinz Rothgang hingewiesen, in der von einem Personalmehrbedarf in der Altenpflege von circa 30 Prozent die Rede sein soll.

Als jemand, der fast 40 Jahre für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Altenpflege kämpft, muss ich dieses „Rothgang-Ergebnis“ als schlechten Witz empfinden. 

Die 30 Prozent-Erkenntnis hätte man schon vor 29 Jahren durch meine Untersuchung in der CBT „umsonst“ haben können und entsprechend handeln müssen !!
Lesen Sie hier meinen Artikel von 1991!!

Doch die Politik hat diese Problematik nicht zur Kenntnis genommen.
Schon damals habe ich ein Gespräch mit dem  Sozialminister
Norbert Blüm führen können, der hat genauso wenig verstanden oder verstehen wollen wie später Jens Spahn als Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU Fraktion sowie vor zwei Jahren Herr Gröhe als Gesundheitsminister.

Auch  bei den Verbänden habe ich kein Gehör gefunden, so dass ich damals schon gesagt habe:
„Eines Tages werden wir zu Pflegende in andere Länder exportieren müssen, weil es in Deutschland keine Pflegenden mehr gibt.“

Dies ist der eigentliche Skandal, dass 29 Jahre verantwortliches Handeln von der Politik unterlassen wurde. Daher ist nicht zu erwarten, dass die jetzt bestätigte Erkenntnis in aktuelles Handeln mündet.
Die gleichen Mechanismen wie damals werden auch heute wieder dazu führen, dieses Ergebnis der täglichen personellen Unterbesetzung nicht anzuerkennen.
Denn sowohl  eine Expertise von Prof. Wingenfeld als auch das damalige KDA- Projekt „PLAISIR“ zur Personalbemessung hatten meine Untersuchungsergebnisse bestätigt und sind in der Versenkung verschwunden. 

Es ist eine Schande, wie stiefmütterlich nach wie vor eines der wichtigsten gesellschaftspolitischen Themen von der Politik behandelt wird.

Lesen Sie zur Gesamt-Thematik auch meinen aktuellen Beitrag in der neuesten Ausgabe von ProAlter:

„Pflegenotstand: Warum ändert sich nichts?
Und was muss sich ändern?“