Mehr Frauen an die Macht

Zum heutigen Weltfrauentag habe ich zwei Wünsche:

      1. Im Interesse der Gleichberechtigung rasche Änderung der     gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Bedingungen, damit dieser Tag überflüssig wird.
      2. Mehr Frauen in der Politik und in Führungspositionen.

Zu meiner Zeit als Geschäftsführer der CBT waren circa 70 Prozent der Führungs- und Leitungspositionen von Frauen besetzt.

Der Erfolg des Unternehmens in über 30 Jahren ist der hohen fachlichen und sozialen Kompetenz dieser Frauen in besonderem Maße zu verdanken.

Hierfür bin ich unendlich dankbar.

12 WEGE ZU GUTER PFLEGE

Wie werden Ihre Angehörigen am besten versorgt, wenn sie nicht mehr alleine leben können? Dieser aktuelle ehrliche Ratgeber zum Thema Pflege im Alter hilft, die richtige Entscheidung zu treffen.

Der Autor Raimund Schmid hat sich 12 verschiedene Pflegemodelle in der Praxis angeschaut. Er schildert seine Besuche und Beobachtungen, hat mit Pflegeexperten, alten Menschen, ihren Angehörigen und dem Pflegepersonal gesprochen. Ob Seniorenheim, Pflege zu Hause durch Angehörige, Betreuung durch ambulante Dienste, Tagespflege, Demenz-WG oder stationäre Pflege: Jede Form hat Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt.

Dieses Buch das im Beltz Verlag erschienen ist, hilft Ihnen und Ihren Angehörigen zu entscheiden, welches die beste Betreuung für sie ist. Ein aktueller praktischer Informationsteil gibt dabei Tipps, die erforderlichen Schritte konkret umzusetzen.

Es ist zu hoffen, dass über den Ratgeber hinaus auch die politischen Implikationen, die in diesem Buch stecken, öffentlich wahrgenommen werden.

Raimund Schmid hat mit mir mehrere Expertengespräche geführt und ich habe ihm Material zur Verfügung gestellt.

Es freut mich natürlich besonders, dass zwei Modellprojekte guter Pflege, die ich als Geschäftsführer der CBT  entwickelt habe, nämlich  die Hausgemeinschaften Katharinenstift in Remscheid Lennep sowie das Quartierzentrum Upladin in Leverkusen-Opladen in seinem Ratgeber aufgenommen wurden.

40 Jahre CBT – Ein Rückblick

Am 2. Januar 1979, also vor 40 Jahren, trat ich meinen Dienst als Geschäftsführer der neu gegründeten CBT – Caritas Betriebsführung- und Trägergesellschaft mbH – in Köln an. Dieses Jubiläum ist Anlass, noch einmal zurück zu blicken.

Mit der damaligen weitreichenden Entscheidung der Gründung einer solchen Trägergesellschaft verfolgten die Gesellschafter – der Diözesan- Caritasverband sowie das Erzbistum Köln – die Idee, katholische Einrichtungen zu übernehmen, aufzufangen oder neue zu bauen, wenn örtliche Träger hierzu nicht in der Lage waren. Zusätzlich sollten die Seelsorger von Management-Aufgaben befreit werden. Gleichzeitig sollte die CBT als modernes Sozial- Unternehmen Dienstleistungen für Menschen christlich und sozial, wirtschaftlich und professionell erbringen.

Auf diese Weise konnten zahlreiche Einrichtungen und Dienste der Caritas weiter geführt werden, wobei die CBT konsequent auf das Prinzip Subsidiarität gesetzt hat, nur dann ein Haus zu übernehmen, wenn es vor Ort keine andere Lösung gab. Immer wieder hat die CBT auch Hilfestellung gegeben, damit örtliche Träger ihre Häuser selbst weiterführen konnten.

In der Zeit meiner 32-jährigen Geschäftsführertätigkeit entstanden so an 23 Standorten 39 Sozialimmobilien für ca. 5000 Menschen. Über 2000 hauptberuflich tätig Mitarbeitende fanden hier ihren Arbeitsplatz. Mehr als 1000 ehrenamtlich Mitarbeitende konnten gewonnen werden.

Die Auszeichnung im bundesweiten Wettbewerb Deutschlands beste Arbeitgeber im Jahr 2005 und die Bestätigung dieses Erfolges im branchenspezifischen Folgewettbewerb Deutschlands beste Arbeitgeber im Gesundheitswesen 2007 war für mich Ermutigung, aber auch Verpflichtung, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, den „Kunden“ Wohn- und Lebensqualität sowie den Mitarbeitenden Arbeitszufriedenheit zu bieten. 

Ich habe weder den Gesetzen des Sozialmarktes noch den Bestrebungen nach Vereinheitlichung und Normierung vertraut, sondern immer darauf geachtet, dass die Liebe zu den Menschen, die Sehnsucht nach sozialer Gerechtigkeit und der Wunsch nach einem Sinn erfüllten Leben im Mittelpunkt standen. Die Häuser der CBT sollten immer auch als Orte von Gemeinschaften verstanden werden, wo Menschen sich gegenseitig achten und die Seele leben konnte.

Mit großer Dankbarkeit blicke ich also heute zurück, dass ich ein neues und innovatives Sozialunternehmen aufbauen und führen durfte. „Meine“ Führungskräfte und Mitarbeitende haben sich von den Ideen und besonderen Konzepten begeistern lassen und sie sich zu Eigen gemacht. Die Erfolge der CBT sind damit auch ihre Erfolge.

Großen Dank schulde ich den Organen der CBT, der Gesellschafterversammlung und dem Verwaltungsrat, deren Mitglieder mich auf diesem Weg begleitet und unterstützt, aber auch  die nötigen Entfaltungsmöglichkeiten geboten haben. Stellvertretend möchte ich hier für die Gesellschafter Generalvikar Prälat Norbert Feldhoff und den zu viel zu früh verstorbenen Diözesan-Caritasdirektor Dr. Ulrich Brisch sowie Theo Hellmann für den Verwaltungsrat der CBT nennen. 

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner schrieb mir zu meinem Ausscheiden als Geschäftsführer der CBT folgendes:

„Sie, lieber Herr Stoffer, haben in dieser langen Zeit die Gesellschaft geprägt und als Leitbild die „Würde des Menschen“ in der Pflege und der Begleitung zum zentralen Maßstab gemacht. Ihre Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und externen Partnern war von großem gegenseitigem Respekt und Ihren Visionen geprägt. Hierbei haben Sie die Interessen der CBT stets bestens vertreten und einen erheblichen Beitrag dazu geleistet, dass die zurückliegenden, sehr umfangreichen und anspruchsvollen Projekte mit großem Erfolg abgewickelt werden konnten. Die CBT ist für ihre Unternehmenskultur, ihre Qualität und die vielen Innovationen bundesweit anerkannt. Dies beweisen auch die unzähligen Auszeichnungen und Preise, die sie entgegen nehmen konnten. Neben ihrer hervorragenden fachlichen Arbeit, haben Sie mit ihrer charakterlichen Haltung für die CBT Werte-Maßstäbe gesetzt.“

Zu meinem bevorstehenden Abschied haben Geschäftsleitungen und Mitarbeitende ein Gemeinschaftskunstwerk geschaffen. Mit je drei gleich großen Leinwänden gestaltete jedes CBT-Haus seine Glückwünsche individuell und kreativ. In einem handgebundenen Buch mit dem Titel Tatendrang sind die persönlichen Grüße und die Bilddeutungen gesammelt.

Im Vorwort heißt es: „Die CBT ist ein bedeutendes und mehrfach ausgezeichnetes Sozialunternehmen mit einem hervorragenden Ruf in der Fachwelt. „Kunden“ und Mitarbeitende schätzen die CBT, die Vorbild für viele Trägergesellschaften, nicht nur im katholischen Bereich, geworden ist. Ihr Geschäftsführer: Franz J. Stoffer, Diplom Volkswirt, Manager und Visionär.“

Und weiter: „Wir möchten Ihnen vor allem danken. Danken für Ihr Führen und Fordern, für Begleitung und Anleitung, für Ihre Anerkennung und Wertschätzung. Geprägt vom christlichen Menschenbild mit ihrer alt- philologischen Bildung, respektieren Sie jeden Einzelnen von uns mit Stärken und Schwächen. Ihre Führung motiviert und eröffnet die Chance zu Wachstum und Entwicklung. Ihr Innovationsgeist und ihre Experimentierfreude zeichnen Sie aus und spornen uns an. Sie sind aber nicht nur Aufbrecher und Musterbrecher. Die CBT wäre nicht das erfolgreiche Spitzenunternehmen, das sie heute ist, wenn Sie nicht auch ein exzellenter Fachmann mit Herz und großer unternehmerischer Weitsicht wären. Sie sind mehr für uns als Geschäftsführer Franz J. Stoffer, Diplom Volkswirt, Manager und Visionär: Wir danken Ihnen dafür.“

 

 

Besondere Ereignisse:

1979 Aufnahme der Geschäftstätigkeit in den Räumen des Hauses
Peter-Welter-Platz 2, Köln
1980 Übernahme der Altenheime

– An St. Georg, Köln,

– Margarethenhöhe, Bergisch Gladbach,

– St. Monika, Sankt Augustin sowie

– Zur Heiligen Familie, Düsseldorf Heerdt.

1981 Gründung eines Beirates für jedes CBT-Haus mit Akteuren und Stakeholder vor Ort, um die Häuser in die jeweiligen katholischen und evangelischen Pfarrgemeinden zu verankern.
1982 Inbetriebnahme der Wohnhäuser Villa Gauhe für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung auf Basis des erstmaligen Konzeptes der autarken Wohngruppen, Eitorf

Übernahme der Betriebsträgerschaft des Altenheims auf dem Sonnenberg der Stadt Wesseling

1983 Inbetriebnahme der  Wohnhauses St. Franziskus, Langenfeld

Inbetriebnahme des  Wohnhauses St. Elisabeth, Eitorf

1984 Inbetriebnahme des  Wohnhauses Peter Hofer, Monheim-Baumberg

Inbetriebnahme des  Wohnhauses St. Lucia, Wesseling

1985 Inbetriebnahme des  Wohnhauses Peter Landwehr, Bergisch-Gladbach-Paffrath 
1986 Übernahme der Betriebsträgerschaft des Altenheims Kloster zum Heiligen Geist, Waldbröl

Übernahme der Betriebsträgerschaft des Altenheims Katharinenstift, Remscheid Lennep

Übernahme des Altenwohnheims St. Hedwig, Remscheid Lennep

Fertigstellung des Totalumbaus nach fünfjähriger Bauzeit in vier Bauabschnitten des Wohnhauses St. Monika, Sankt Augustin

1987 Fertigstellung Umbau sowie Modernisierung und Inbetriebnahme des Wohnhauses Margarethenhöhe, Bergisch Gladbach
1988 Tod von Diözesan-Caritasdirektor Doktor Ulrich Brisch, dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates, auf dessen Initiative die CBT gegründet wurde.

Inbetriebnahme des Wohnhauses St. Johannes, Erkrath

1989 Erwerb und Übernahme des Wohnstiftes Haus Upladin in Leverkusen- Opladen von ARO e.V. und Umstrukturierung zu einer innovativen und wirtschaftlich tragfähigen Einrichtung.

Inbetriebnahme der Wohnhäuser

– Emmaus, Bonn-Bad Godesberg- Plittersdorf

 – St. Markusstift, Bonn-Bad Godesberg

– Edith Stein, Wuppertal Barmen

1990 Inbetriebnahme des  Wohnhauses St. Michael, Waldbröl

1. Wallfahrt für Bewohner und Mitarbeitende nach Neviges

1991 Erstmaliger und öffentlicher Nachweis von mir, dass die geltenden Personalschlüssel eine tägliche personelle Unterbesetzung von ca. 30% bedeuten.

Inbetriebnahme der Altenwohnungen Anemone, Wuppertal-Barmen.

Inbetriebnahme von zwei Reihenhäusern als Außenwohngruppe der Villa Gauhe, Eitorf

1992 Einführung des CBT-Logos als ein Signet, das für die Ziele und Visionen des Unternehmens in ein Bild umsetzt. In dem letzten Buchstaben erkennt man einen Menschen und ein Kreuz,  das Bewusstsein, in dem die tägliche Arbeit gestaltet werden soll: den Menschen im Zeichen des Kreuzes christlich, begleiten und tragen.

Kauf des Mutter-Kind-Kurhauses Haus Leuchtfeuer, Borkum
und Umwandlung in die Mutter- Kind-Klinik Haus am Meer

1993 Das Begleitungskonzept wird als verbindliches Pflege- und Betreuungskonzept in Kraft gesetzt ebenso das Konzept
„In Geborgenheit Leben und Sterben“ zur Begleitung sterbender Bewohner mit den Elementen der Abschieds- und Trauerkultur.100. Heimleiterkonferenz  als wichtiges Managementinstrument.
1994 Erster Tag der Ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Implementierung des Konzeptes Ehrenamt – Ehrensache. Es beschreibt die Rahmenbedingungen für die Begleitung und Förderung der ehrenamtlichen Mitarbeitenden sowie die Regelung für die Zusammenarbeit.

Pater Schäfer nimmt als pastoraler und spiritueller Begleiter aller Mitarbeitenden seinen Dienst auf.

Die Strategie Mobilisierung aller Kräfte verfolgt das Ziel der Schaffung eines innovationsfreundlichen Klimas und soll Akzente in der Kunden- und Mitarbeiterorientierung, der Qualität sowie der Organisationsstrukturen setzen. 

Erwerb des „MHD“-Hauses in der Leonhard-Tietz-Straße als neue Geschäftsstelle der CBT.

Inbetriebnahme der Altenwohnungen beim Peter Landwehr Haus in Bergisch-Gladbach-Paffrath, die im Bauherrenmodell verwirklicht wurden.

1995 Veröffentlichung des Buches Sozialmanagement 2000. 

Durchführung der ersten Kurmaßnahmen im Haus am Meer, Borkum. 

Fertigstellung Umbau sowie Modernisierung und Inbetriebnahme des Wohnhauses Zur Heiligen Familie, Düsseldorf-Heerdt

1996 Inbetriebnahme der Wohnungen mit Service Margerite,
Wuppertal Barmen
1997 Inbetriebnahme Wohnen mit Service, St. Lucia, Wesseling

Inbetriebnahme von Altenwohnungen am St. Markusstift,
Bonn-Bad-Godesberg

Übernahme und Umbau von Haus Viktoria als Erweiterung für die Mutter-Kind-Klinik, Borkum

Fertigstellung des Abriss, Neubaus und Inbetriebnahme des Wohnhauses An St. Georg, Köln

Verleihung des Kölner Elisabeth Preises an die Wohnhäuser
Villa Gauhe, Eitorf für das Projekt Wanderung gegen das Vergessen.

1998 Die Aktion Frischer Wind zur Innovation und Weiterentwicklung des Unternehmens

Einführung der Flexibilisierung der Arbeitszeit. Kern des Projektes ist die Übertragung der Dienstplanung auf die Mitarbeiter, die sich in kleinen Teams selbst organisieren und hierbei die Möglichkeit eines Jahreszeitkontos nutzen können.

1999 Als erstes Sozialunternehmen in Deutschland erhält die CBT
von der EKD das Siegel Arbeit plus für Ihre vorbildliche Mitarbeiterorientierung und Unternehmenskultur.Als erster Träger in Deutschland führt die CBT einen neuen kundenorientierten Heimvertrag ein. Dieser Vertrag mit der Option, Regelleistungen abwählen zu können, stärkt die Rechte und die Selbstbestimmung der Bewohner, erkennt die Partizipation der Angehörigen an und schafft völlige Transparenz der Leistungen und Kosten.10. Sternwallfahrt nach Neviges.
2000 Einführung der Vertrauensarbeitszeit in der Geschäftsstelle. Alle Mitarbeitenden können ihre Arbeitszeit flexibel und völlig frei bestimmen. Es gibt eine einzige Regel: in den Geschäftsbereichen muss untereinander geregelt werden, dass  jeweils ein Mitarbeiter als Ansprechpartner für die Kunden zur Verfügung steht.

Konstituierung des interdisziplinär besetzten Ethikkomitees. Im Rahmen von ethischen Fallbesprechungen wurden Handlungsempfehlungen aus der Praxis für die Praxis erarbeitet.

Einführung des Qualitäts-Handbuches als systematische Zusammenstellung von Arbeitshilfen, Standards und Erläuterungen von Unternehmensentscheidungen.

Inbetriebnahme der Altenwohnungen Wohnen mit Service, Waldbröl.

Inbetriebnahme des vierten Wohnhauses Lebenslanges Wohnen der Villa Gaue, Eitorf

Initiierung des Projektes Pflege ohne Gewalt

2001 Mitgründer der Arbeitsgemeinschaft caritativer Unternehmen – AcU -um dringend notwendige Reformen des kirchlichen Arbeits- und Tarifrechts anzustoßen.

Erwerb der Altenwohnungen Katharina-Kasper-Haus, Erkrath

Übernahme des Landhauses Gorch Fock und Grundsanierung sowie Eingliederung in die Gesamtkonzeption der Mutter-Kind-Klinik, Borkum

Initiierung des Projektes Kassandra zu Gewinnung spanischer Fachkräfte für die Pflege

Inbetriebnahme der ersten Hausgemeinschaft Gute Stube für Bewohner mit Demenz im Edith- Stein-Haus, Wuppertal-Barmen

2002 Verkauf des Wohnhauses St. Elisabeth an die St. Franziskus-Krankenhaus Eitorf GmbH

Als erstes Unternehmen im Seniorenmarkt erhält die CBT den Frankfurter Preis für herausragende Leistungen in der Gemeinschaftsverpflegung.

2003 25 Jahre CBT. Statt einer Feier erhält jeder hauptberufliche und ehrenamtliche Mitarbeiter ein Geschenk von der Geschäftsführung mit 25 € Münzen.

Inbetriebnahme des Mehrgenerationenwohnhauses Miteinander Wohnen und Leben, Wipperfürth

Der Kölner Elisabeth Preis geht an das Wohnhaus St. Lucia Wesseling für das Haus- Gemeinschaftskonzept Himmelblau

Beteiligung an der Projektgesellschaft innovatives arbeiten – p,i,a.-, eine Tochtergesellschaft der AcU, um für den Dritten Weg ein neues Entgeltmodell zu erarbeiten.

2004 Bundespräsident Johannes Rau beruft mich zum Kurator des Kuratoriums Deutsche Altershilfe

Inbetriebnahme des ersten Quartierskonzeptes  Miteinander wohnen und leben in Wipperfürth

Einführung der WOGE – Wohlbefinden und Gesundheit – als Gesundheitskonzept der CBT

2005 Die CBT gehört im bundesweiten Wettbewerb Deutschlands beste Arbeitgeber zu den 50 besten Arbeitgebern. Die Auszeichnung steht für ein glaubwürdiges Management, das fair und respektvoll mit den Mitarbeitern umgeht, eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen und einen starken Teamgeist.

Das im Unternehmen erarbeitete Handbuch Christliche Begriffe erklärt soll mit der Erläuterung christlicher Begriffe, Feste und Bräuche Orientierung in konkreten Situationen ermöglichen und allen Mitarbeitenden die Mitgestaltung christlichen Leben zu erleichtern.

Das Pflege-Controlling wird als neues Steuerungsinstrument verbindlich eingeführt.

100. Sitzung des Verwaltungsrates

Initiierung des Projektes 1 Stunde gegen die Arbeitslosigkeit, um mit einem freiwilligen Solidarbeitrag aller Mitarbeitenden neue Stellen zu schaffen.

Mitbegründung des Netzwerkes SONG – Soziales neu gestalten.

Die Perspektiven 2005-2020 beschreiben die langfristige Unternehmensstrategie.

2006 Kompaktkurse für Ehrenamtliche zum Thema Demenz

Ausstrahlung des Filmbeitrages „Das System, das Geld und die Würde“ in der Sendereihe „Die Aufbrechen“ über meine Arbeit
im ZDF Info-Kanal

Schaffung von zwei innovativen WG’s für Senioren in St. Lucia, Wesseling

2007 Inbetriebnahme Des Mehrgenerationenwohnhauses Pontivystraße, Wesseling

Erste „OASE“ für Menschen mit Demenz in der letzten Lebensphase innerhalb der Hausgemeinschaft Himmelblau in St. Lucia, Wesseling

2008 Inbetriebnahme der Hausgemeinschaften Katharinenstift, Remscheid Lennep nach Totalumbau ohne zentrale Versorgungsstrukturen wie Küche, Wäscherei oder Rezeption
2009 Der Altenheim-Zukunftspreis 2009 geht an das Wohnhaus Emmaus für das integrierte Hospiz

In jedem CBT-Haus gibt es verantwortliche Mitarbeitende für Seelsorge sowie Gesundheit

2010 Initiierung des Moratoriums Pflegenoten gemeinsam mit Professor Dr. Thomas Klie. Das Moratorium wendet sich gegen eine vorschnelle Überarbeitung und notdürftige Reparatur des Prüf- und Transparenzverfahrens, das vor allem aufgrund seiner Bewertungs- Systematik seit Einführung in der Kritik steht.
2011 Alle CBT-Wohnhäuser erhalten den „Grünen Haken“ als Qualitätssiegel für Lebensqualität und Verbraucherfreundlichkeit. Verliehen wird das Siegel von der BIVA – Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung.

Die neuen CBT-Verträge spiegeln die spezielle Unternehmensphilosophie wider mit den Grundanliegen Wohnen, Normalität, Teilhabe und Deinstitutionalisierung, mit der Vorgabe individuell, flexibel und verbraucherfreundlich, mit der Option Abwahl von Regelleistungen und Beteiligung von Angehörigen sowie der Technik einer modulen Vertragsgestaltung, die den differenzierten Angeboten und Dienstleistungen des Unternehmens Rechnung trägt.

Der 100. Kompaktkurs „Begleitung von Menschen mit Demenz“ findet statt. Fast 1500 CBT-Mtarbeitende haben in den vergangenen Jahren den mehrtägigen Kurs absolviert, Informationen zum Krankheitsbild Demenz bearbeitet und einen wertschätzenden und annehmenden Umgang mit demenzkranken Menschen erlernt.

Das Gesundheitsmanagement WOGE – Wohlbefinden und Gesundheit – wird mit dem BGW-Gesundheitspreis 2011 ausgezeichnet.

Am 30.September bin ich altersbedingt als Geschäftsführer der CBT ausgeschieden.

Neue Vorschläge zur Reform der Pflegeversicherung

Die beiden großen kirchlichen Fachverbände für Altenarbeit und Pflege DEVAP – Evangelischer Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. sowie  VKAD –  Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. haben ein gemeinsames Positionspapier zur Weiterentwicklung des Pflegeversicherungssystems veröffentlicht.
Hier gehts zum Positionspapier!

Um die enormen Herausforderungen zu bewältigen, die die alternde Gesellschaft mit sich bringt, braucht es nach Auffassung der beiden Verbände eine langfristige Strategie und einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Pflegeversicherung.

DEVAP und VKAD beschreiben dafür die wesentlichen Eckpunkte, die schrittweise umgesetzt, aber zielstrebig und mutig angegangen werden müssten: 

  • Umsetzung des echten Teilkaskoprinzips in der Pflegeversicherung, damit Pflege für die Menschen bezahlbar wird und nicht in die Armut führt. 
  • Überwindung der ambulanten und stationären Sektoren zur Stärkung wohnortunabhängiger Pflegearrangements und zur Klärung der Finanzierungszuständigkeiten.
  • Stärkung der Zivilgesellschaft mit Honorierung der Angehörigenpflege, mit der Verbesserung gesellschaftlicher Partizipation und einem finanzierten Quartiermanagement.  
  • Ausbau und finanzielle Förderung einer zukunftsfähigen, seniorengerechten Infrastruktur als kommunale Pflichtaufgabe. 
  • Orientierung des Pflegemarktes am Gemeinwohl, damit Pflegeeinrichtungen nicht zum Spekulationsobjekt werden und ihrem Auftrag wertorientiert nachkommen können. 
  • Eine sozial gerechte Ausgestaltung der Pflegeversicherung, die weitere Einkommensarten berücksichtigt und die private und gesetzliche Pflegeversicherung zusammenführt.

Dieser Paradigmenwechsel sei nach Auffassung der Verbände finanzierbar. Mit einem angemessenen gesetzlichen Eigenanteil, der einheitlichen Zuordnung der Behandlungspflege zur Krankenkasse, der Heranziehung alle Einkommensarten, Einsparungen im bisherigen Wildwuchs von Sach-, Geld- und Kombinationsleistungen und mit einem allenfalls moderaten Anstieg des Versicherungsbeitrages könne der finanzielle Spielraum geschaffen werden, den die Pflegeversicherung dringend für ihre „Kernleistung Pflege“ und für die echte Pflegeteilkaskoversicherung benötige.

Beide Bundesfachverbände vertreten über 2200 stationäre Einrichtungen der Altenhilfe, über 1500 ambulante gesundheits- und sozialpflegerische Dienste, rund 200 Altenpflegeschule mit der entsprechenden Zahl an Ausbildungsplätzen sowie zahlreiche Altentagesstätten, Initiativen und Selbsthilfegruppen.

Wohltätiger Zwang? Ethik in der Pflege!

Bewohner- bzw. Kundenorientierung wird noch in vielen Pflegeheimen verwechselt mit „Über-Fürsorge“, die dann Menschen mit Pflegebedürftigkeit oder Demenz in die „Schutzhaft der Nächstenliebe“ nimmt und nicht die Wünsche, Bedarfe, Bedürfnisse sowie noch vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen der älteren Menschen im Blick hat.

Noch weniger akzeptabel sind mit Fürsorge begründete Zwangsmaßnahmen, die in vielen Feldern des Sozial- und Gesundheitswesens verbreitet sind.

Anwendung von Zwang in solchen professionellen Sorge-Beziehungen stellt  einen schwerwiegenden Eingriff in die Grundrechte der betroffenen Personen dar und ist folglich in besonderem Maße ethisch und rechtlich rechtfertigungspflichtig.

Zwangsmaßnahmen bei „störenden“ Verhalten werden nicht selten auch in diesen Situationen mit der Fürsorge für diese Personen und deren Wohl gerechtfertigt.

Bei Pflegekräften besteht zudem die Furcht, dafür verantwortlich gemacht zu werden, wenn ein pflegebedürftiger Mensch, zum Beispiel durch einen Sturz, Schaden nimmt, der durch ein Bettgitter hätte verhindert werden können.

Dadurch kommt es oft zu Anwendung von freiheitsentziehenden Maßnahmen (Bettgitter, Gurte, Vorenthalten von Gehhilfen, Abschließen von Zimmertüren und andere mechanische oder medikamentöse Fixierungen) oder zu zwangsweise durchgesetzten Pflegehandlungen, „weil man es gut mit ihm meint“.

Beispiele hierfür sind das Aufnötigen eines veränderten Ernährungs- und Trinkverhaltens, das nicht den eigenen Gewohnheiten beziehungsweise Bedürfnissen entspricht oder forcierte Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme u.a.

Eine aktuelle Stellungnahme des Ethikrates, die Sie hier lesen können, nimmt sich dieser Problematik an, auch unter welchen Voraussetzungen Zwangsmaßnahmen gerechtfertigt sein können und entwickelt einen normativen Orientierungsrahmen mit Grundsätzen und Empfehlungen (ab S. 229ff).

Diese Stellungnahme „Hilfe durch Zwang? Professionelle Sorgebeziehungen im Spannungsfeld von Wohl und Selbstbestimmung“ sollte Pflichtlektüre in allen Sozialunternehmen sein.

Das Spannungsverhältnis zwischen Autonomiesicherung und Schutz greift auch das Projekt „Pflege ohne Gewalt?“ auf, das ich in meiner Zeit als CBT-Geschäftsführer unter der Projektleitung von Frau Wappenschmidt-Krommus initiiert  und gemeinsam mit Thomas Klie und Thomas Pfundstein in der KDA-Reihe „Vorgestellt“ Heft 72, veröffentlicht habe.

Die Ergebnisse dieses Projektes können Träger und Mitarbeitende in der Pflege im Umgang mit Gewalt- und freiheitseinschränkenden und -entziehenden Maßnahmen sensibilisieren und Anregungen für die tägliche Arbeit geben.

Lesen Sie auch zu dieser Thematik hier  meinen Beitrag „Gewalt in der Pflege – Licht auf die Schattenseiten.“

Ganz aktuell hat das ZQP – Zentrum für Qualität in der Pflege – einen neuen Ratgeber „Gewalt vorbeugen. Praxistipps für den Pflegealltag“ veröffentlicht, den Sie hier  einsehen können.

Dieser Ratgeber richtet sich an pflegende Angehörige und gibt Antworten auf grundlegende Fragen, zum Beispiel, was genau Gewalt in der Pflege sein kann, warum sie vorkommt und welche Grundlagen beachtet werden sollten, um vorbeugen zu können. Außerdem bietet die Schrift viele praktische Empfehlungen, unter anderem wie man das Selbstwertgefühl pflegebedürftiger Menschen stärken, herausforderndes Verhalten von Menschen mit Demenz begegnen und akute Aggressionen entschärfen kann.

 

Die Kommerzialisierung wird es nicht richten

Alexander Künzel, bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden als Vorstandsvorsitzender der Bremer Heimstiftung, hat sich in einem Kommentar für das KDA  kritisch zur „kommerziellen Pflege“ mit ihren „Rendite-Strategien“ trotz der dramatischen Folgen von Unterversorgung und Leistungsrationierung in Folge mangelnden Fachkräftemangels geäußert.

Pointiert schreibt er:

„Nur die kommerzielle Pflege flötet unverdrossen ihr süßes Rendite-Lied.“

Und weiter:

“ Fragen der kommunalen Daseinsvorsorge ( ob Kinderbetreuung, ob Schulbildung, ob Gesundheit, ob Pflege) taugen schlichtweg nicht als Objekte eines renditegetriebenen Marktgeschehens. Es ist nicht nur die Frage einer sozial-ethischen Haltung… nein, es ist vielmehr auch die Frage einer verantwortlichen Zukunftssicherung unseres Gemeinwesens im demographischen Wandel.“

Link zum Beitrag

Mit Alexander Künzel habe ich in meiner Zeit als Geschäftsführer der CBT über drei Jahrzehnte eng, konstruktiv und vertrauensvoll zusammenarbeiten dürfen.

Alexander Künzel kann zurecht als Vordenker und Kämpfer für den Quartiersbezug von Heimen bezeichnet werden. Er hat die Bremer Heimstiftung zu einem vorbildlichen Sozialunternehmen aufgebaut, geprägt und weiterentwickelt.

Uns beide verband immer die Grundüberzeugung, dass die „behäbige Altenpflegelandschaft“ aufzumischen sei und dass auch im Alter und bei schwersten Einschränkungen die individuelle Würde eines Menschen unantastbar ist und diese Würde jeden Tag aufs Neue dem System Heim und den Mitarbeitenden abverlangt werden muss.

 

2019

 

ALLES IST GUT 

WENN DAS NOTWENDIGE GETAN 

UND DAS ÜBERFLÜSSIGE VERWORFEN, 

WENN DAS ZU VIEL VERSCHENKT 

UND DAS ZU WENIG VERSCHMERZT IST, 

WENN ALLE IRRTÜMER AUFGEBRAUCHT SIND, 

DANN KANN DAS

NEUE JAHR 

GETROST BEGINNEN.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein erfülltes Jahr 2019.

Text in Anlehnung an: Wolfgang Poeplau
in: Der Andere Advent, 2018/19

Sofortprogramm Pflege

Am 09.11.18 hat der Bundestag das Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals beschlossen. Mit dem Gesetz sollen eine bessere Personalausstattung und bessere Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege erreicht werden. Kern des Sofortprogramms sind 13.000 neue Stellen in der stationären Altenpflege.
Je nach Größe erhalten die Pflegeinrichtungen danach zwischen einer halben und zwei Pflegestellen zusätzlich. Finanziert werden sie durch die Krankenkassen.
In den Kliniken soll künftig jede zusätzliche Stelle in der Pflege vollständig von den Krankenversicherungen refinanziert werden.

Eine Darstellung der wesentlichen Regelungen des Gesetzes finden Sie hier.

Perspektivwechsel – Der Advent fordert uns hierzu auf

Heute fand ich in dem Kalender
Der Andere Advent,
der mich seit vielen Jahren in der
Vorweihnachtszeit begleitet,
folgenden wunderbaren Text:

„Advent heißt Warten
Nein, die Wahrheit ist
Dass der Advent nur laut und schrill ist
Ich glaube nicht
Dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann
Dass ich den Weg nach innen finde
Dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt
Es ist doch so
Dass die Zeit rast
Ich weigere mich zu glauben
Dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint
Dass ich mit anderen Augen sehen kann
Es ist doch ganz klar
Dass Gott fehlt
Ich kann unmöglich glauben
Nichts wird sich verändern
Es wäre gelogen, würde ich sagen:
Gott kommt auf die Erde!“

Und nun lesen Sie den Text von unten nach oben!

Iris Macke

Vielleicht gelingt auch Ihnen dieser Perspektiv-Wechsel.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche adventliche Zeit.

Innovative Sozialunternehmen

Ganz aktuell ist von den Herausgebern Berthold Becher und Ingrid Hastedt das Buch „Innovative Unternehmen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft – Herausforderungen und Gestaltungserfordernisse“ veröffentlicht worden
und wie folgt beworben:

„Unternehmen  in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft, die  auch angesichts der Entwicklung ihrer Rahmenbedingungen nachhaltig erfolgreich sein wollen, müssen sich auf neue Art mit „Innovation“  auseinandersetzen. Dieser Band zeigt die Gründe hierfür auf und informiert handlungsrelevant über die von den Unternehmen zu schaffenden strategischen, organisatorischen, personellen und finanziellen Voraussetzungen zur Steigerung der Innovationsfähigkeit und der Innovationskraft.  Ergänzend verdeutlichen Praxisberichte, wie vielfältig die Absatzpunkte für Innovationen geworden sind und welche Erfahrungen mit Umsetzungsprozessen Unternehmen machen konnten.“

Auch ich habe zu diesem Publikationsprojekt eine Expertise eingebracht:

„Von der Vision zur Innovation – Entwicklung und Implementation
eines neuen Leistungskonzeptes für eine Senioreneinrichtung“. 

In meinem Beitrag habe ich die Umwandlung eines herkömmlichen Pflegeheims in ein Wohnhaus mit sechs autarken Hausgemeinschaften  beschrieben:

Hier finden Sie meinen Beitrag

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich von diesen Buchbeiträgen
und meinem Innovationsprojekt inspirieren lassen könnten.