„Mein Beruf: Pflegen“

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe – DBfK – hat in einer Kampagne Ende 2018 unter dem Motto „Mein Beruf: Pflegen“ drei Themenschwerpunkte aufgegriffen:

    • Pflege ist Leistungsfaktor 
    • Arbeitsbedingungen und Lohnniveau in der Pflege
    • Arbeitszeit und Dienstplan

Die Informationen und Materialien diese Aktion wurden nun in einem Sammelband zusammengefasst und durch weitere Handlungshilfen ergänzt.

Artikel lesen:  „Mein Beruf: Pflegen“ 

40 Jahre CBT – Ein Rückblick

Am 2. Januar 1979, also vor 40 Jahren, trat ich meinen Dienst als Geschäftsführer der neu gegründeten CBT – Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft mbH – in Köln an. Dieses Jubiläum ist Anlass, noch einmal zurück zu blicken.

Mit der damaligen weitreichenden Entscheidung der Gründung einer solchen Trägergesellschaft verfolgten die Gesellschafter – der Diözesan- Caritasverband sowie das Erzbistum Köln – die Idee, katholische Einrichtungen zu übernehmen, aufzufangen oder neue zu bauen, wenn örtliche Träger hierzu nicht in der Lage waren. Zusätzlich sollten die Seelsorger von Management-Aufgaben befreit werden. Gleichzeitig sollte die CBT als modernes Sozial- Unternehmen Dienstleistungen für Menschen christlich und sozial, wirtschaftlich und professionell erbringen.

Auf diese Weise konnten zahlreiche Einrichtungen und Dienste der Caritas weiter geführt werden, wobei die CBT konsequent auf das Prinzip Subsidiarität gesetzt hat, nur dann ein Haus zu übernehmen, wenn es vor Ort keine andere Lösung gab. Immer wieder hat die CBT auch Hilfestellung gegeben, damit örtliche Träger ihre Häuser selbst weiterführen konnten.

In der Zeit meiner 32-jährigen Geschäftsführertätigkeit entstanden so an 23 Standorten 39 Sozialimmobilien für ca. 5000 Menschen. Über 2000 hauptberuflich tätig Mitarbeitende fanden hier ihren Arbeitsplatz. Mehr als 1000 ehrenamtlich Mitarbeitende konnten gewonnen werden.

Die Auszeichnung im bundesweiten Wettbewerb Deutschlands beste Arbeitgeber im Jahr 2005 und die Bestätigung dieses Erfolges im branchenspezifischen Folgewettbewerb Deutschlands beste Arbeitgeber im Gesundheitswesen 2007 war für mich Ermutigung, aber auch Verpflichtung, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, den „Kunden“ Wohn- und Lebensqualität sowie den Mitarbeitenden Arbeitszufriedenheit zu bieten. 

Ich habe weder den Gesetzen des Sozialmarktes noch den Bestrebungen nach Vereinheitlichung und Normierung vertraut, sondern immer darauf geachtet, dass die Liebe zu den Menschen, die Sehnsucht nach sozialer Gerechtigkeit und der Wunsch nach einem Sinn erfüllten Leben im Mittelpunkt standen. Die Häuser der CBT sollten immer auch als Orte von Gemeinschaften verstanden werden, wo Menschen sich gegenseitig achten und die Seele leben konnte.

Mit großer Dankbarkeit blicke ich also heute zurück, dass ich ein neues und innovatives Sozialunternehmen aufbauen und führen durfte. „Meine“ Führungskräfte und Mitarbeitende haben sich von den Ideen und besonderen Konzepten begeistern lassen und sie sich zu Eigen gemacht. Die Erfolge der CBT sind damit auch ihre Erfolge.

Großen Dank schulde ich den Organen der CBT, der Gesellschafterversammlung und dem Verwaltungsrat, deren Mitglieder mich auf diesem Weg begleitet und unterstützt, aber auch  die nötigen Entfaltungsmöglichkeiten geboten haben. Stellvertretend möchte ich hier für die Gesellschafter Generalvikar Prälat Norbert Feldhoff und den zu viel zu früh verstorbenen Diözesan-Caritasdirektor Dr. Ulrich Brisch sowie Theo Hellmann für den Verwaltungsrat der CBT nennen. 

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner schrieb mir zu meinem Ausscheiden als Geschäftsführer der CBT folgendes:

„Sie, lieber Herr Stoffer, haben in dieser langen Zeit die Gesellschaft geprägt und als Leitbild die „Würde des Menschen“ in der Pflege und der Begleitung zum zentralen Maßstab gemacht. Ihre Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und externen Partnern war von großem gegenseitigem Respekt und Ihren Visionen geprägt. Hierbei haben Sie die Interessen der CBT stets bestens vertreten und einen erheblichen Beitrag dazu geleistet, dass die zurückliegenden, sehr umfangreichen und anspruchsvollen Projekte mit großem Erfolg abgewickelt werden konnten. Die CBT ist für ihre Unternehmenskultur, ihre Qualität und die vielen Innovationen bundesweit anerkannt. Dies beweisen auch die unzähligen Auszeichnungen und Preise, die sie entgegen nehmen konnten. Neben ihrer hervorragenden fachlichen Arbeit, haben Sie mit ihrer charakterlichen Haltung für die CBT Werte-Maßstäbe gesetzt.“

Zu meinem bevorstehenden Abschied haben Geschäftsleitungen und Mitarbeitende ein Gemeinschaftskunstwerk geschaffen. Mit je drei gleich großen Leinwänden gestaltete jedes CBT-Haus seine Glückwünsche individuell und kreativ. In einem handgebundenen Buch mit dem Titel Tatendrang sind die persönlichen Grüße und die Bilddeutungen gesammelt.

Im Vorwort heißt es: „Die CBT ist ein bedeutendes und mehrfach ausgezeichnetes Sozialunternehmen mit einem hervorragenden Ruf in der Fachwelt. „Kunden“ und Mitarbeitende schätzen die CBT, die Vorbild für viele Trägergesellschaften, nicht nur im katholischen Bereich, geworden ist. Ihr Geschäftsführer: Franz J. Stoffer, Diplom Volkswirt, Manager und Visionär.“

Und weiter: „Wir möchten Ihnen vor allem danken. Danken für Ihr Führen und Fordern, für Begleitung und Anleitung, für Ihre Anerkennung und Wertschätzung. Geprägt vom christlichen Menschenbild mit ihrer alt- philologischen Bildung, respektieren Sie jeden Einzelnen von uns mit Stärken und Schwächen. Ihre Führung motiviert und eröffnet die Chance zu Wachstum und Entwicklung. Ihr Innovationsgeist und ihre Experimentierfreude zeichnen Sie aus und spornen uns an. Sie sind aber nicht nur Aufbrecher und Musterbrecher. Die CBT wäre nicht das erfolgreiche Spitzenunternehmen, das sie heute ist, wenn Sie nicht auch ein exzellenter Fachmann mit Herz und großer unternehmerischer Weitsicht wären. Sie sind mehr für uns als Geschäftsführer Franz J. Stoffer, Diplom Volkswirt, Manager und Visionär: Wir danken Ihnen dafür.“

 

 

Besondere Ereignisse:

1979 Aufnahme der Geschäftstätigkeit in den Räumen des Hauses
Peter-Welter-Platz 2, Köln
1980 Übernahme der Altenheime

– An St. Georg, Köln,

– Margarethenhöhe, Bergisch Gladbach,

– St. Monika, Sankt Augustin sowie

– Zur Heiligen Familie, Düsseldorf Heerdt.

1981 Gründung eines Beirates für jedes CBT-Haus mit Akteuren und Stakeholder vor Ort, um die Häuser in die jeweiligen katholischen und evangelischen Pfarrgemeinden zu verankern.
1982 Inbetriebnahme der Wohnhäuser Villa Gauhe für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung Eitorf, unter der Leitung von Margarete Tepper. Die hier erstmalig in Deutschland erarbeitete und umgesetzte Konzeption der autarken Wohngruppen ohne jede zentrale Versorgung ermöglicht den Bewohnern, ihren Fähigkeiten und Wünschen entsprechend so normal wie möglich ihr Leben zu gestalten. Impulsgeber dieser Konzeption und  seelsorglicher Begleiter der Bewohner und Mitarbeitenden  ist Pfarrer Dr. Karl-Heinz Stockhausen.

Übernahme der Betriebsträgerschaft des Altenheims auf dem Sonnenberg der Stadt Wesseling

1983 Inbetriebnahme der  Wohnhauses St. Franziskus, Langenfeld

Inbetriebnahme des  Wohnhauses St. Elisabeth, Eitorf

Erstmalig in Deutschland hat die CBT in ihren Häusern einen neuen Bereich Gestaltung implementiert. Dieser gruppenübergreifende soziale Dienst soll mit seinen therapeutischen und sozialen Angeboten mithelfen, Selbstständigkeit und Selbstinitiative der Bewohner zu unterstützen und eine höhere Lebensqualität sicherzustellen. Die verantwortliche Mitarbeiterin Petronella Stoffer-Sitsen startete das Pilotprojekt im Wohnhaus Sankt Lucia in Wesseling.
Insgesamt wurden 36 Vollzeitstellen geschaffen, die aus dem Unternehmen heraus finanziert worden sind. Erst 1990 etablierte sich ein eigener Stellen-Schlüssel in Deutschland.

1984 Inbetriebnahme des  Wohnhauses Peter Hofer, Monheim-Baumberg

Inbetriebnahme des  Wohnhauses St. Lucia, Wesseling

Übernahme des geschlossenen Krankenhauses St.Markusstift in Bonn Bad Godesberg mit dem Ziel, das ehemalige Krankenhaus in eine Einrichtung der Altenhilfe umzuwandeln.

1985 Inbetriebnahme des  Wohnhauses Peter Landwehr, Bergisch-Gladbach-Paffrath 
1986 Übernahme der Betriebsträgerschaft des Altenheims Kloster zum Heiligen Geist, Waldbröl nach dem Weggang der Dernbacher Schwestern, die dort 73 Jahre tätig waren.

Übernahme der Betriebsträgerschaft des Altenheims Katharinenstift, Remscheid-Lennep

Übernahme des Altenwohnheims St. Hedwig, Remscheid Lennep

Fertigstellung des Totalumbaus nach fünfjähriger Bauzeit in vier Bauabschnitten des Wohnhauses St. Monika, Sankt Augustin

Umzug der Geschäftsführungszentrale der CBT vom Peter Welter Platz in das Prälat Boskamp Haus, Georgstraße 18.

1987 Fertigstellung Umbau sowie Modernisierung und Inbetriebnahme des Wohnhauses Margarethenhöhe, Bergisch Gladbach

Übername der Geschäftsführung des Altenheims St. Joseph-Kloster in Erkrath, nachdem die Armen Dienstmägde Jesu Christi aus Dernbach nach 119 Jahren ihre Tätigkeit aufgeben.

1988 Tod von Diözesan-Caritasdirektor Doktor Ulrich Brisch, dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates, auf dessen Initiative die CBT gegründet wurde.

Inbetriebnahme des Wohnhauses St. Johannes, Erkrath

Verabschiedung des Strategiekonzeptes Weiterentwicklung des Wohnens alter Menschen in der CBT mit den Prämissen Öffnung in den Stadtteil, Beteiligung von Bewohnern und Angehörigen, Kurzzeit- und Tagespflege.

1989 Erwerb und Übernahme des Wohnstiftes Haus Upladin in Leverkusen-Opladen von ARO e.V. und Umstrukturierung zu einer innovativen und wirtschaftlich tragfähigen Einrichtung.

Inbetriebnahme der Wohnhäuser

– Emmaus, Bonn-Bad Godesberg- Plittersdorf

 – St. Markusstift, Bonn-Bad Godesberg

– Edith Stein, Wuppertal Barmen

Mit den Grundsätzen unseres Dienstes werden gravierende Veränderungen in der Sprache, der Tagesablaufstrukturen, der Organisationsabläufe so wie der Führungsgrundsätze für das Unternehmen festgelegt. Zusätzlich wird das Konzept Wohnen psychisch veränderter alter Menschen in der CBT in Kraft gesetzt.

1990 Inbetriebnahme des  Wohnhauses St. Michael, Waldbröl

1. Wallfahrt für Bewohner und Mitarbeitende nach Neviges

1991 Erstmaliger und öffentlicher Nachweis von mir, dass die geltenden Personalschlüssel in Pflegeheimen eine tägliche personelle Unterbesetzung von ca. 30% bedeuten.

Inbetriebnahme der Altenwohnungen Anemone, Wuppertal-Barmen.

Inbetriebnahme von zwei Reihenhäusern als Außenwohngruppe der Villa Gauhe, Eitorf

Eröffnung des Begegnungszentrums im CBT Wohnhaus St. Markus- stift, Bonn-Bad-Godesberg

1992 Einführung des CBT-Logos als ein Signet, das für die Ziele und Visionen des Unternehmens in ein Bild umsetzt. In dem letzten Buchstaben erkennt man einen Menschen und ein Kreuz,  das Bewusstsein, in dem die tägliche Arbeit gestaltet werden soll: den Menschen im Zeichen des Kreuzes christlich, begleiten und tragen.

Kauf des Mutter-Kind-Kurhauses Haus Leuchtfeuer, Borkum
und Umwandlung in die Mutter-Kind-Klinik Haus am Meer

1993 Das Begleitungskonzept wird als verbindliches Pflege- und Betreuungskonzept in Kraft gesetzt ebenso das Konzept In Geborgenheit Leben und Sterben zur Begleitung sterbender Bewohner mit den Elementen der Abschieds- und Trauerkultur.

100. Heimleiter-Konferenz als wichtiges Managementinstrument zur Steuerung und Weiterentwicklung des Unternehmens..

Die Trierer Borromäerinnen verlassen das CBT Wohnhaus St. Monika in Sankt Augustin nach über 50-jähriger Tätigkeit. Schwester Ludwiga durfte ich das Ehrenzeichen in Gold des Deutschen Caritasverbandes verleihen.

1994 Erster Tag der Ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Implementierung des Konzeptes Ehrenamt – Ehrensache. Es beschreibt die Rahmenbedingungen für die Begleitung und Förderung der ehrenamtlichen Mitarbeitenden sowie die Regelung für die Zusammenarbeit.

Pater Schäfer nimmt als pastoraler und spiritueller Begleiter aller Mitarbeitenden seinen Dienst auf.

Die Strategie Mobilisierung aller Kräfte verfolgt das Ziel der Schaffung eines innovationsfreundlichen Klimas und soll Akzente in der Kunden- und Mitarbeiterorientierung, der Qualität sowie der Organisationsstrukturen setzen. 

Erwerb des „MHD“-Hauses in der Leonhard-Tietz-Straße als neue Geschäftsstelle der CBT.

Inbetriebnahme der Altenwohnungen beim Peter Landwehr Haus in Bergisch-Gladbach-Paffrath, die im Bauherrenmodell verwirklicht wurden.

Die Marke CBT wird beim Deutschen Patentamt eingetragen und damit rechtlich geschützt.

1995 Veröffentlichung des Buches Sozialmanagement 2000. 

Mit der Richtlinie Unser Unternehmen werden flexiblere Strukturen und weitere Möglichkeiten der Dezentralisierung beschrieben.

Durchführung der ersten Kurmaßnahmen im Haus am Meer, Borkum

Erwerb der Villa Idyll, Borkum als Personalwohnhaus

Fertigstellung Umbau sowie Modernisierung und Inbetriebnahme des Wohnhauses Zur Heiligen Familie, Düsseldorf-Heerdt

Um die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Bewohner weiter zu respektieren und zu fördern wird entschieden, dass nicht die CBT die Rente und den Barbetrag vereinnahmt, sondern jeder Bewohner sein eigenes Girokonto behält, von dem dieser selbst alle Überweisungen und Abrechnungen tätigt, auch Apotheken- und Praxisgebühren.

1996 Inbetriebname der Wohnungen mit Service Margerite, Wuppertal Barmen.

Die Begleitung älterer Menschen erfordert von den Mitarbeitenden als Assistenten Einfühlungsvermögen, liebevolles, sensibles und professionelles Handeln sowie Interesse an der Lebensgeschichte des Bewohners. Die Umsetzung dieser Grundsätze manifestiert sich in Begleitungskonzept. Zur Realisierung ist die CBT-eigene Pflegedokumentation das wesentliche Handlungsinstrument, das für alle verbindlich eingeführt wird.

1997 Inbetriebnahme Wohnen mit Service, St. Lucia, Wesseling

Inbetriebnahme von Altenwohnungen am St. Markusstift,
Bonn-Bad-Godesberg

Übernahme und Umbau von Haus Viktoria als Erweiterung für die Mutter-Kind-Klinik, Borkum

Fertigstellung Umbau sowie Modernisierung und Inbetriebnahme des Wohnhauses An St. Georg, Köln

Verleihung des Kölner Elisabeth Preises an die Wohnhäuser
Villa Gauhe, Eitorf für das Projekt Wanderung gegen das Vergessen, eine Initiative der Leiterin Margarete Tepper.

Implementierung der Hospizidee in die Struktur des CBT- Wohnhauses Upladin als Modellprojekt in  Zusammenarbeit mit der Ansprechstelle im Land NRW zur Pflege Sterbender, Hospizarbeit und Angehörigenarbeit (Alpha Rheinland)

Die CBT-Mutter.Kind-Klinik, Borkum unter der Leitung von Anna Maria Thum beteiligt sich am Forschungsverbund der Medizinischen Hochschule Hannover zur Qualitätssicherung und -entwicklung, auch um den Krankenkassen gegenüber die volkswirtschaftlichen Effekte einer Mutter-Kind- Vorsorge- und Reha-Massnahme zu dokumentieren

1998 Die Aktion Frischer Wind zur Innovation und Weiterentwicklung des Unternehmens

1. Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift CBT intern – auf den Punkt gebracht

Einführung der Flexibilisierung der Arbeitszeit. Kern des Projektes ist die Übertragung der Dienstplanung auf die Mitarbeiter, die sich in kleinen Teams selbst organisieren und hierbei die Möglichkeit eines Jahreszeitkontos nutzen können.

Implementierung der Handbücher Kunden gewinnen mit System

1999 Als erstes Sozialunternehmen in Deutschland erhält die CBT von der EKD -Evangelischen Kirche Deutschlands das Siegel Arbeit plus für ihre vorbildliche Mitarbeiterorientierung und Unternehmenskultur.

Als erster Träger in Deutschland führt die CBT in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Thomas Klie einen neuen kundenorientierten Heimvertrag ein. Dieser Vertrag mit der Option, Regelleistungen abwählen zu können, stärkt die Rechte und die Selbstbestimmung der Bewohner, erkennt die Partizipation der Angehörigen an und schafft völlige Transparenz der Leistungen und Kosten.

10. Sternwallfahrt nach Neviges.

Das CBT Risikomanagementsystem wird eingeführt.

2000 Einführung der Vertrauensarbeitszeit in der Geschäftsstelle. Alle Mitarbeitenden können ihre Arbeitszeit flexibel und völlig frei bestimmen. Es gibt eine einzige Regel: in den Geschäftsbereichen muss untereinander geregelt werden, dass  jeweils ein Mitarbeiter als Ansprechpartner für die Kunden zur Verfügung steht.

Konstituierung des interdisziplinär besetzten Ethikkomitees unter der Leitung von Ellen Wappenschmidt-Krommus-Krommus. Im Rahmen von ethischen Fallbesprechungen werden Handlungsempfehlungen aus der Praxis für die Praxis erarbeitet, um Mitarbeitenden Orientierungshilfen zu geben und Handlungsspielräume aufzuzeigen, z.B. zu Fragen lebensverlängernder Massnahmen, künstlicher Ernährung oder Umgang mit Patientenverfügungen.

Einführung des Qualitäts-Handbuches als systematische Zusammenstellung von Arbeitshilfen, Standards und Erläuterungen von Unternehmensentscheidungen.

Inbetriebnahme der Altenwohnungen Wohnen mit Service, Waldbröl.

Inbetriebnahme des vierten Wohnhauses Lebenslanges Wohnen in der Villa Gaue, Eitorf

Das Reklamationsmanagement legt verbindlich fest, wie in der CBT mit Beschwerden und Reklamationen umgegangen wird

Die Qualitätsleitlinien – Grundsätze und Ziele unseres Dienstes werden in Kraft gesetzt

Initiierung des Projektes Pflege ohne Gewalt

Prof. Dr Wilfried Schlüter und ich  verleihen  als Initiatoren den 1. Innovationspreis für visionäre Führungsprojekte in der Alten- und Behindertenarbeit an das Franziskusheim Geilenkirchen

Auftrag an den CBT-Fachdienst Raum und Design Management unter Leitung von Petronella Stoffer-Sitsen, in jedem Haus die räumlichen Voraussetzungen für mindestens eine Hausgemeinschaft für an einer Demenz erkrankten Bewohner zu schaffen.

2001 Als Mitgründer der Arbeitsgemeinschaft caritativer Unternehmen – AcU – will ich notwendige Reformen des kirchlichen Arbeits- und Tarifrechts anstoßen.

Erwerb der Altenwohnungen Katharina-Kasper-Haus, Erkrath

Übernahme des Landhauses Gorch Fock und Grundsanierung sowie Eingliederung in die Gesamtkonzeption der Mutter-Kind-Klinik, Borkum

Initiierung des Projektes Kassandra zu Gewinnung spanischer Fachkräfte für die Pflege

Inbetriebnahme der ersten Hausgemeinschaft Gute Stube für Bewohner mit Demenz im Edith- Stein-Haus, Wuppertal-Barmen
unter der Leitung von Ursula Olbrich.

Zielvorgabe, in jedem Wohnhaus mindestens eine Fachkraft für Gerontopsychiatrie einzustellen bzw. zu qualifizieren

2002 Verkauf des Wohnhauses St. Elisabeth an die St. Franziskus-Krankenhaus Eitorf GmbH

Als erstes Unternehmen im Seniorenmarkt erhält die CBT den Frankfurter Preis für herausragende Leistungen in der Gemeinschaftsverpflegung.

Implementierung des Konzeptes Zusammenarbeit mit Angehörigen

Implementierung der neuen Organisationsprofile, die die bestehenden Organisationsstrukturen ablösen. Das neue Organisationsprofil stellt den Dienst für Menschen in das Zentrum der Organisation und fordert, dass alle Stellen, Handlungen und Aktivitäten auf die Frage auszurichten sind: „Was hat der Bewohner bzw. Gast davon?“ Wenn diese Frage mit „Nichts“ beantwortet wird, sind diese Maßnahmen überflüssig

2003 25 Jahre CBT. Statt einer Feier erhält jeder hauptberufliche und ehrenamtliche Mitarbeiter ein Geschenk von der Geschäftsführung mit 25 € Münzen.

Der Kölner Elisabeth Preis geht an das Wohnhaus St. Lucia Wesseling für das Haus-Gemeinschaftskonzept Himmelblau unter der Leitung von Margarete Scherer.

Beteiligung an der Projektgesellschaft innovatives arbeiten – p.i.a.-, eine Tochtergesellschaft der AcU, um für den Dritten Weg ein neues Entgelt-Modell zu erarbeiten.

2004 Bundespräsident Johannes Rau beruft mich zum Kurator des Kuratoriums Deutsche Altershilfe.

Inbetriebnahme des ersten Quartierkonzeptes  Miteinander wohnen und leben in Wipperfürth unter der Projektleitung von Ellen Wappenschmidt-Krommus-Krommus.

Einführung der WOGE – Wohlbefinden und Gesundheit – als Gesundheitskonzept der CBT.

Mit der Glaubwürdigkeitsanalyse des CBT-Leitbildes werden Fehler und Mängel systematisch bearbeitet.

Zur Gewinnung neuer ehrenamtlicher Mitarbeiter werden erstmalig zweitägige Schnupperkurse für die ehrenamtliche Arbeit mit älteren Menschen angeboten. 50 Interessierte nehmen teil

Das ARD-Morgenmagazin berichtet in jeder Stunde über das Hausgemeinschafts-Konzept Himmelblau im CBT Wohnhaus St. Lucia, Wesseling und zeigt Interviews u.a. mit Margarete Scherer,
Prof. Dr. Hirsch und Franz J. Stoffer.

2005 Die CBT gehört im bundesweiten Wettbewerb Deutschlands beste Arbeitgeber zu den 50 besten Arbeitgebern. Die Auszeichnung steht für ein glaubwürdiges Management, das fair und respektvoll mit den Mitarbeitern umgeht, eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen und einen starken Teamgeist.

Das im Unternehmen erarbeitete Handbuch Christliche Begriffe erklärt soll mit der Erläuterung christlicher Begriffe, Feste und Bräuche Orientierung in konkreten Situationen ermöglichen und allen Mitarbeitenden die Mitgestaltung christlichen Leben zu erleichtern.

Das Pflege-Controlling wird als neues Steuerungsinstrument verbindlich eingeführt.

100. Sitzung des Verwaltungsrates

Initiierung des Projektes 1 Stunde gegen die Arbeitslosigkeit, um mit einem freiwilligen Solidarbeitrag aller Mitarbeitenden neue Stellen zu schaffen.

Mitbegründung des Netzwerkes SONG – Soziales neu gestalten.

Die Perspektiven 2005-2020 beschreiben die langfristige Unternehmensstrategie.

Das Handbuch Christliche Begriffe erklärt wird in Kraft gesetzt

Die CBT erkennt die Charta der Rechte hilfs- und pflegebedürftiger Menschen an und führt sie als Qualitäts-Sicherungsinstrument für das Unternehmen ein

2006 Kompaktkurse für Ehrenamtliche zum Thema Demenz

Ausstrahlung des Filmbeitrages „Das System, das Geld und die Würde“ in der Sendereihe „Die Aufbrechen“ über meine Arbeit
im ZDF Info-Kanal

Schaffung von zwei innovativen WG’s für Senioren in St. Lucia, Wesseling

Erstmals durchgeführte Bankenratings bescheinigen der CBT ausgezeichnet Werte

Der Pinguin zur Internetnutzung der Bewohner wird für alle Häuser angeschafft

2007 Inbetriebnahme des Mehrgenerationen-Wohnhauses Pontivystraße, Wesseling unter der Projektleitung von Ellen Wappenschmidt-Krommus.

Erste „OASE“ für Menschen mit Demenz in der letzten Lebensphase innerhalb der Hausgemeinschaft Himmelblau in St. Lucia, Wesseling

Die Kampagne CBT für Beschäftigung haben 380 Mitarbeitende unterstützt, die freiwillig 63T € in den Beschäftigungstopf gespendet haben. So konnten neun zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden

Die CBT erwirkt beim Landessozialgericht in Essen ein bedeutendes Urteil, das dem Spruch des Bundessozialgerichtes vom 24.7.2004 widerspricht, wonach ein Mensch  mit Demenzerkrankung zum „Objekt der Pflege“ werde und kein Anspruch auf ein individuelles Hilfsmittel habe

2008 Inbetriebnahme der Hausgemeinschaften Katharinenstift, Remscheid Lennep nach Totalumbau ohne zentrale Versorgungsstrukturen wie Küche, Wäscherei oder Rezeption mit sechs autarken Hausgemeinschaften: ein aussergewöhnliches, innovatives und zukunftweisendes Projekt.
Ellen Wappenschmidt-Krommus-Krommus verantwortet die Projektleitung, Petronella Stoffer-Sitsen die Innenarchitektur und Ursula Olbrich übernimmt die Leitung des Hauses.Erstmals bietet die CBT in Kooperation mit einem Investor ambulant betreute Wohngemeinschaften in Wesseling an.Die CBT veröffentlicht gemeinsam mit den Partnern im Netzwerk SONG – Soziales neu gestalten – das Positionspapier Zukunft Quartier sowie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung mit Potenzial-Analyse, sozioökonomischer Mehrwert-Analyse, Quartier-Analyse, Wefffare-Mix- Analyse einschliesslich einer sozial politischen Neuorientierung und Neuakzentuierung rechtlicher Steuerung.Die Immobilienstrategie der CBT sieht vor, die Vorgabe des Landespflegegesetzes in NRW hinsichtlich der baulichen Anpassungen bis 2018 zu erfüllen und die CBT-Häuser langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Ziele sind vor allem: Verbesserung der Einzelzimmerquote 80 zu 20, Realisation eines den aktuellen Anforderungen der Bewohner angepassten Raumprogramms zum Beispiel durch Schaffung weiterer Hausgemeinschaften, weitere Öffnung der Heime zu Stadtteil-Häusern, um lokale, gemeinwesen-orientierte Versorgungsangebote zu schaffen oder sich hieran zu beteiligen, die generationen-übergreifend zu kleinräumigen Unterstützungsstrukturen führen und die Eigenverantwortung und Solidarität der Menschen vor Ort stärken.
2009 Der Altenheim-Zukunftspreis 2009 geht an das Wohnhaus Emmaus für das integrierte Hospiz unter der Leitung von Susanne Littfinski. Das integrierte Hospiz ist kein Gebäude, sondern ein Konzept und eine Haltung. Ein weiteres besonderes Merkmal ist die Verankerung in die Kommune und die hiermit verbundene Bürgerbeteiligung. Die Bürgerstiftung Rheinviertel finanziert eine zusätzliche Mitarbeiterin, die als Hospiz-Schwester sterbenden Menschen eine intensivere Begleitung und medizinische Betreuung ermöglicht und ihren Angehörigen zur Seite steht. So ist Emmaus ein Ort, an dem würdevolles Leben bis zuletzt mit allen Chancen und Facetten und für alle dort Lebenden und Arbeitenden erfahrbar wird.

In jedem CBT-Haus gibt es verantwortliche Mitarbeitende für Seelsorge sowie Gesundheit.

Evakuierung der Hausgemeinschaft des CBT Wohnhaus an St. Georg, Köln infolge des Einsturzes des Stadtarchivs nach Michaelshoven und fünf CBT-Häusern.

Die CBT Wohnhäuser der Villa Gauhe eröffnen in Eitorf ein Kulturbüro und treten mit ihrer Theatergruppe Villa Paletti in verschiedenen Theatern vor ausverkauften Häusern auf.

Die CBT beteiligt sich an dem Projekt PflegeWert -Optimierung und Innovation in der Altenpflege durch systematische Wertschätzung.

Als erste Reha-Klinik bundesweit erhält die CBT-Mutter-Kind-Klinik unter der Leitung von Dr. Günter Kersting das Zertifikat nach DIN EN ISO 9001:2008 und proCum Cert.

2010 Initiierung des Moratoriums Pflegenoten gemeinsam mit Professor Dr. Thomas Klie. Das Moratorium wendet sich gegen eine vorschnelle Überarbeitung und notdürftige Reparatur des Prüf- und Transparenzverfahrens, das vor allem aufgrund seiner Bewertungs- Systematik seit Einführung in der Kritik steht.

Die Perspektiven 2010-2018 – Wachsen nach innen und in den Stadtteil – werden in Kraft gesetzt

Die CBT bestätigt Ihren Erfolg aus dem Jahr 2007 und zählt erneut zu den besten Arbeitgebern im Gesundheitswesen. In der Klasse der großen Sozialunternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern belegt die CBT den hervorragenden zweiten Platz und ist damit bester Arbeitgeber im Rheinland

Mit der Arbeit auf Abruf führt die CBT ein neues flexibles Instrument der Arbeitsorganisation ein

Verkauf der Altenwohnungen Katharina Kasper, Erkrath

2011 Einführung einer Gesundheitswoche Kraftquellen stärken für die weiblichen Führungskräfte im Unternehmen

Alle CBT-Wohnhäuser erhalten den „Grünen Haken“ als Qualitätssiegel für Lebensqualität und Verbraucherfreundlichkeit. Verliehen wird das Siegel von der BIVA – Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung.

Die neuen CBT-Verträge spiegeln die spezielle Unternehmensphilosophie wider mit den Grundanliegen Wohnen, Normalität, Teilhabe und Deinstitutionalisierung, mit der Vorgabe individuell, flexibel und verbraucherfreundlich, mit der Option Abwahl von Regelleistungen und Beteiligung von Angehörigen sowie der Technik einer modulen Vertragsgestaltung, die den differenzierten Angeboten und Dienstleistungen des Unternehmens Rechnung trägt.

Der 100. Kompaktkurs „Begleitung von Menschen mit Demenz“ findet statt. Fast 1500 CBT-Mtarbeitende haben in den vergangenen Jahren den mehrtägigen Kurs absolviert, Informationen zum Krankheitsbild Demenz bearbeitet und einen wertschätzenden und annehmenden Umgang mit demenzkranken Menschen erlernt.

Das Gesundheitsmanagement WOGE – Wohlbefinden und Gesundheit – wird mit dem BGW-Gesundheitspreis 2011 ausgezeichnet

Der neue Internetauftritt der CBT geht online. Neben einer grafischen und inhaltlichen Neugestaltung der Webseite mit Betonung auf Informationen und Emotionen wurde ein Content-Management-Systeme zur dezentralen Pflege der Inhalte eingeführt

CBT beteiligt sich als Partner des Netzwerkes SONG – Soziales neu gestalten – an dem Projekt LoVe – Lokale Verantwortungsgemeinschaften in kleinen Lebenskreisen mit der Weiterbildung der Geschäftsleitungen zu Sozialraummanagern.

Das CBT-Wohnhaus Upladin unter der Leitung von Wolfgang Pauls entwickelt sich zu einem Stadtteilhaus bzw. Bürgerzentrum und wird Kristallisationspunkt für das kommunale Quartier-Management. Bestandteile sind die Tagespflege, das Marktcafé zu Entlastung pflegender Angehöriger, das Hausrestaurant als Begegnungs- und Kommunikationsstädte für Bürgerinnen und Bürger, das Quartierzentrum als Bürgertreff für Beratung, Begegnung, Betreuung und Kultur, der Beirat als Keimzelle der Netzwerkarbeit, das Bürgernetz Opladen in Kooperation mit der Stadt Leverkusen und dem gemeinnützigen Bauverein Opladen mit den Angeboten Bürgerstammtisch, Tanznachmittage 60+ oder Weihnachtskaffee für alleinstehende Menschen, das Sozialraum- Management-Projekt Pro viva – vertraut leben in Opladen – mit der Erprobung von individuellen Präventionsangeboten und technischen Assistenzsystemen und das Quartier-Portal, dem Tor zum lebendigen Miteinander. Über 100 Ehrenamtliche in Kooperation mit der Ehrenamts-Börse Lupe wirken hier mit. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern, Krankenkassen, Therapeuten, ambulanten Pflegediensten, Schulen, Kindergärten Familienzentren und Kirchengemeinden.

Am 30.September bin ich altersbedingt als Geschäftsführer der CBT ausgeschieden.

Neuer Pflege-TÜV

Die Pflegeeinrichtungen werden ab November 2019 durch ein neues Prüfsystem bewertet. 

Die vielfach und zurecht kritisierten Pflegenoten werden abgeschafft – hier haben Prof. Dr. Thomas Klie und ich bereits 2010 mit unserem Moratorium „Stopp den Pflegenoten“ ein Deutschland weites Aufsehen und eine breite Zustimmung in der Fachwelt erreicht. Einen dieser Beiträge lesen Sie hier. 

Mit der Abschaffung der Pflegenoten stehen darüber hinaus einige Neuerungen an. Die wichtigsten Änderungen habe ich hier zusammen gefasst:

    • Die Pflegeeinrichtungen ermitteln zukünftig selbst die so genannte Ergebnisqualität. Dies habe ich bereits schon vor einigen Jahren in meinem Artikel vorgeschlagen und eingefordert, den Sie hier lesen können.
    • Im jetzt entwickelten System werden zehn Indikatoren erhoben und das Ergebnis wird von einer Daten-Auswertungsstelle (DAS) auf Plausibilität geprüft.
    • Zusätzlich gibt es durch den MDK – Medizinischen Dienst der Krankenkassen –  eine externe Qualitätsprüfung. Hier werden so genannte Qualitäts-Aspekte geprüft und nicht wie vorher die Erfüllung festgelegter Kriterien.
    • Die Ergebnisse dieser intern und extern erhobenen Daten werden zusammen mit Informationen über die Pflegeeinrichtungen auf Internet-Portalen der Pflegekassen veröffentlicht. Die bisherige Gesamtnote wird es nach dem neuen System endlich nicht mehr geben.

Der BIVA-Pflegeschutzbund e.V. hat in seinem Newsletter 4 / 2019 vom 3.5.2019 alle Veränderungen zusammengefasst und kommentiert.

Diesen Newsletter finden Sie hier

 

12 Wege zu guter Pflege

 

 

Heute möchte ich Ihnen dieses wichtige, wertvolle und hilfreiche Buch des Journalisten Raimund Schmid noch einmal empfehlen.

Jeder kennt in seinem Umfeld einen oder mehrere ältere Menschen mit Pflegebedarf. Immer mehr Angehörige müssen heute die Pflege zu Hause selbst stemmen oder organisieren. Das wirft viele – oft ungelöste – Fragen und Probleme auf. Was kann ich tun, um mich im Gesetzeswirrwarr der Pflegeversicherung zurechtzufinden? Welche Pflegeform ist für meine Angehörigen die beste und wie kann ich dies beurteilen? Und wo erhalte ich verlässliche Informationen und Unterstützung?

Auf all diese und viele weiteren Fragen liefert das im Februar 2019 erschiene Buch „12 Wege zu guter Pflege“ des Aschaffenburger Journalisten Raimund Schmid klare und praktisch anwendbare Antworten. Wie Sie auf der Suche nach guter Pflege vorgehen können und was Sie besonders beachten müssen, erfahren Sie in diesem Buch.

 Hier lade ich Sie zu einer Leseprobe ein.

Ostern

Allen Lesern und Besuchern meiner Homepage wünsche ich frohe, gesegnete Ostern.

„Die Karwoche muss zur Care-Woche werden“

… das meint Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung vom 13. April 2019.

Es fehle an Personal, an Zuwendung, an Fürsorge –  höchste Zeit, dass die alten Menschen für ihre Rechte auf die Straße gehen.

Lesen Sie hier die Kolumne von Heribert Prantl

Zivilgesellschaft stärker einbinden

 

In einem aktuellen Beitrag ihrer gemeinsamen Kampagne zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung, den Sie hier lesen können, setzen sich der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD) und der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP) dafür ein, nachhaltige Konzepte zur stärkeren Einbindung der Angehörigenpflege und ehrenamtlich engagierter Kräfte in allen Pflege-Settings zu entwickeln.

Damit greifen beide Verbände eine Position des Netzwerkes SONG – Soziales neu gestalten – auf. Als Mitinitiator dieses Netzwerkes habe ich schon vor vielen Jahren formuliert:

„Zukunftsorientierte Pflegeheime entwickeln sich zu „Kompetenzzentren für das Wohnen und Leben älterer Menschen“: sie bauen Quartier bezogene Netzwerke auf oder beteiligen sich hieran, mit ambulanten und so genannten teilstationären Diensten, mit Vertragswechsel statt Wohnungswechsel, mit Möglichkeiten der Abwahl von Leistungen und finanzieller Erstattung bei Unterstützung durch Angehörige, mit Einrichtungen der Rehabilitation und Therapie, mit Beratung und Angeboten, bindet Kirchengemeinden, Kindertagesstätten, Schulen und andere Dienstleister ein und beteiligt Angehörige und Bürger. Das traditionelle und in die Jahre gekommene Pflegeheim wird so ein lebendiger Ort der Netzwerke und übernimmt selbst Verantwortung für das Quartier, 

oder pointiert gesagt:

Gütezeichen für die Zukunft sind: 

  • Klasse statt Masse 
  • Stadtteil statt grüne Wiese
  • Netzwerk statt Isolation
  • Wohnhaus mit individuellen Betreuungsleistungen statt vollstationäre Pflegeeinrichtung
  • Nachfrage- statt Angebotsorientierung 
  • Kleinräumige Strukturen statt Pflegebatterien 
  • Autonomie und Selbstbestimmung statt Überfürsorge und Überversorgung       
  • Ressourcen-Förderung statt Ruhigstellung
  • Alltagsnormalität durch Multiprofessionelle Teams
  • Lebensqualität statt Pflegequalität       
  • Zeit, Zuwendung, Zärtlichkeit statt Still, Satt, Sauber 

Dabei werden wir neue Wege zu beschreiten haben, die uns heute noch völlig fremd sind und auch vielleicht abstrus erscheinen mögen. Der demographische Wandel wird uns aber dazu zwingen.Fragen der Lebensqualität und der sozialen Teilhabe älterer Menschen mit Pflegebedarf und Demenz sind die zentralen Aufgaben einer sich sorgenden und solidarischen Gesellschaft, in der Familien, Nachbarschaften und Dienstleister mit Unterstützung durch Politik und Kommunen neue Formen sozialer Verantwortung entwickeln, so dass sich die Aussage:

“Hier will ich nicht rein“ 

sich umwandelt in:

“Da möchte ich leben.“

Wohnen wie gewohnt, orientiert an den Wünschen sowie Bedarfen der Menschen und bezahlbar für alle, bedarf des Willens, der Anstrengung und des Einfallsreichtums aller Beteiligten.“
(Franz J. Stoffer)

Lesen  Sie zu dieser Thematik auch das SONG-Policy-Papier
„Neu Denken – Mutig Handeln. Das Sozialmodell der Zukunft“.

Mit diesem neuen Policy Paper zeigt das Netzwerk SONG die
notwendigen Weichenstellungen für den Umgang mit den
großen Zukunftsherausforderungen wie Alterung der Gesellschaft, Pflegekräfte-Mangel, steigende Ansprüche an Inklusion
und Integration auf.

Es verdeutlicht, dass das Drehen an einzelnen Stellschrauben nicht
mehr genügt. Stattdessen ist die Bündelung und Vernetzung
sämtlicher Ressourcen und Potenziale der verschiedenen
gesellschaftlichen Akteure erforderlich.

Mit sechs Prinzipien werden die für den notwendigen Wandel
entscheidenden Haltungen beschrieben und an Praxisbeispielen erläutert.
Ferner wird aufgezeigt, welche politischen Weichenstellungen erforderlich sind.

Hier finden Sie den Link zu diesem Papier.

 

Es kommt Bewegung in die Pflegereform

Die Initiativen der Institutionen  KDA, VKAD; DEVAP, DVLAB, pro-Pflegereform und SONG haben erreicht, dass das Thema des neuen Finanzierungssystems „Sockel-Spitze-Tausch“ nun auch die Politik und Öffentlichkeit erreicht hat, endlich muss man sagen!  

Der Druck, den Eigenanteil zu deckeln, nimmt zu und die Dynamik in der Diskussion ist gut und lässt auf ein neues System zur Finanzierung der Pflegeversicherung hoffen. Wobei die Konsequenzen auf einzelne Akteure schwierig einzuschätzen sind. So sind die Entwicklungen der Kostenentwicklung für Wohnen und Unterkunft losgelöst vom Ort, an dem Pflegeleistungen erbracht werden, nicht abzusehen. 

„Mit Auflösung der Sektorengrenzen wird es die „stationäre Pflege“ mit allen Bestandteilen der Kalkulation für Pflege, Wohnen, Unterkunft, nicht mehr geben können. Die Finanzierung der Investitionen für Pflegeeinrichtungen wird auf den Prüfstand gehören und unter dem Normalitätsprinzip werden  die speziellen Anforderungen an Einrichtungen auch zu überdenken sein“, betont Ellen Wappenschmidt-Krommus, die in der Zeit meiner Geschäftsführung in der CBT die Geschäftsbereichsleiterin für Innovation, Pflegepolitik und fachliche Konzepte war und heute Expertin bei der soleo GmbH ist.

In jedem Fall bietet diese Diskussion über eine Finanzierungsreform die Chance, dass höhere Personalkosten (u.a.mehr Personalstellen) unabhängig vom Eigenanteil finanziert werden können und Lösungen ohne diesen Aspekt einfacher zu finden sind.

Lesen Sie hierzu auch den Beitrag im  sgp REPORT vom 8. April 2019:

„Sockel-Spitze-Tausch: Initiative Pro-Pflegereform beauftragt Rothgang mit zweitem Gutachten

Zur Finanzierungsreform der Pflegeversicherung hat der Gesundheitsexperte Prof. Dr. Heinz Rothgang im Auftrag der Initiative Pro-Pflegereform in 2017 ein Gutachten erstellt. Sein Vorschlag des „Sockel-Spitze-Tausches“ (fester Eigenanteil der Versicherten an den Pflegekosten) prägt mittlerweile die politische Reformdiskussion. Nun hat ihn die Initiative mit einem Folgegutachten beauftragt: Mit dem Schwerpunkt auf der Umsetzung des Sockel-Spitze-Tauschs.

“Wir wollen die Flughöhe verringern und die notwendigen Impulse in die fachliche und politische Diskussion einbringen, um die Eigenanteile endlich zu begrenzen. Dazu müssen die Sektorengrenzen abgebaut und der Sockel-Spitze-Tausch umgesetzt werden, und das zweite Gutachten wird genau das beschreiben“, erklärt Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung und Sprecher der Initiative.

Zwei Arbeitsgruppen nehmen im Mai ihre Arbeit auf

Am zweiten Gutachten arbeiten ab Mai zwei Resonanzgruppen: Die Resonanzgruppe „Finanzierung“ beschäftigt sich mit der Umfinanzierung der Behandlungspflege, mit den Auswirkungen eines Sockel-Spitze-Tausches in finanzieller Hinsicht und dessen leistungsrechtliche Ausgestaltung. Die Resonanzgruppe „Module“ untersucht die Definition der zwei Module „Wohnen“ und „Pflege“, die Erstellung und Bepreisung eines Modulkataloges in einer Welt ohne Sektoren einschließlich eines möglichen Bezugs zur Personalbemessung. In jeder Gruppe arbeiten, neben Prof. Heinz Rothgang und Thomas Kalwitzki als Gutachtenautoren auch jeweils acht Experten aus der Initiative mit. Die EHS ist in beiden Resonanzgruppen vertreten und koordiniert den Prozess seitens der Initiative.

Mit dem DEVAP, dem VKAD und dem DVLAB engagieren sich drei wichtige Verbände in dem Prozess und zudem sowohl Diakonie- als auch Caritas-Träger sowohl mit ambulanten als auch mit stationärem Fokus. „Das zeigt den bundesweiten, übergreifenden Konsens über die Notwendigkeit des Sockel-Spitze-Tausches“, sagt Schneider, „und die Notwendigkeit, die Reform zeitnah umzusetzen“. Das Gutachten wird im Herbst 2019 vorliegen.

Zum Hintergrund

Die Initiative Pro-Pflegereform wurde Ende 2016 von mehreren Trägern und Verbänden aus der deutschen Pflegebranche ins Leben gerufen. Mittlerweile unterstützen 118 Pflegeunternehmen mit 959 Pflegeheimen und 263 Pflegediensten sowie 59 Verbände und Organisationen die Initiative, die sich für einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Pflegeversicherung einsetzt. In einem ersten Gutachten zeigte Prof. Dr. Heinz Rothgang im Mai 2017 auf, dass der Sockel-Spitze-Tausch machbar und finanzierbar ist. Das zweite Gutachten wird nun die Umsetzung der Versicherungsreform analysieren.“

Lesen Sie ebenfalls hier den Beitrag aus dem sgp REPORT vom 4. April 2019: „KDA – Kuratorium Deutsche Altershilfe – startet Debatte zur grundlegenden Erneuerung der Pflegeversicherung“.

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Nach Schätzungen pflegen rund 1,5 Millionen Berufstätige gleichzeitig ihre Angehörigen. Dies stellt auch Unternehmen vor Herausforderungen, wie sie  pflegende Mitarbeitende unterstützen können. Ein guter Ratgeber ist hier der Wegweiser „Beruf und Pflegeverantwortung“ der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga).

Diese kostenfreie Broschüre stellt ein Acht-Schritte-Programm vor, wie die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf im Unternehmen verwirklicht oder verbessert werden kann und so auch qualifizierte Mitarbeitende in schwierigen Lebenslagen gehalten werden können. 

Ein so genannter Notfallplan mit einer Checkliste zeigt Sofortmaßnahmen auf für den Fall, dass Angehörige von Mitarbeitenden plötzlich pflegebedürftig werden. Die vorgestellten Maßnahmen werden anhand anschaulicher Praxisbeispiele erläutert. Sie können zudem dabei helfen, die Fehlzeiten pflegender Mitarbeitenden ohne zusätzliche Ressourcen von außen zu verringern. Des weiteren informiert die Broschüre über alle wichtigen gesetzlichen Regelungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.

Die iga.Broschüre lesen Sie hier

Pflege-Charta: Neue Arbeitsmaterialien

Die Pflege-Charta ist ein Rechtekatalog für  Menschen mit Pflegebedarf. Darin wird zusammengefasst und konkret erläutert, wie sich diese Rechte im Alltag widerspiegeln sollen und umgesetzt werden können.

Diese Charta habe ich schon zu meiner Zeit als Geschäftsführer der CBT als das beste Qualitätssicherungsinstrument für die Lebensqualität älterer Menschen mit Pflegebedarf oder Demenz bezeichnet und sie verbindlich im Unternehmen implementiert.

Um die Umsetzung der Charta in der Pflegepraxis zu unterstützen, hat das ZQP – Zentrum für Qualität in der Pflege – in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hierzu neues Arbeitsmaterial entwickelt. Dieses umfasst unter anderem animierte Erklärfilme, Präsentationsfolien, Arbeitsblätter und interaktive Elemente wie ein Online-Quiz. Neben Basiswissen erhalten Nutzer Anregungen zur Reflexion ihres beruflichen Handelns. Zudem werden ausgewählte Methoden und Instrumente vorgestellt.

Wie das ZQP in seinem  Newsletter vom März 2019 mitteilt, sind die Materialien vielfältig einsetzbar, etwa an Pflegeschulen sowie in Fortbildungen, Workshops oder Qualitätszirkeln. Sie können je nach Bedarf einzeln oder zusammenhängend angewendet werden.

Alle Arbeitsmaterialien sind unter www.zqp.de/pflege-charta verfügbar und können kostenfrei genutzt werden.

Darüber hinaus hat das ZQP den Einblick Rechte pflegebedürftiger Menschen erarbeitet, der zehn zentrale Rechte von Pflegebedürftigen sowie Merkmale guter Pflege zusammenfasst.

Ich kann nur hoffen und wünschen, dass diese guten Materialien umfassend in der Pflege eingesetzt werden, damit gute Pflege selbstverständlich wird und menschenunwürdige Zustände der Vergangenheit angehören.